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Arbeitsplatznahe Ausbildung: Was ist AFEST?

| IRWINO | 7 min
Arbeitsplatznahe Ausbildung: Was ist AFEST?

Die Schulung in Arbeitssicherheit beschränkt sich nicht mehr auf einen theoretischen Kurs oder eine einfache Evakuierungsübung. Unternehmen müssen heute die richtigen Reflexe im Feld verankern, so nah wie möglich an realen Situationen.

Genau das ist der Sinn der AFEST-Methode (Action de Formation En Situation de Travail - Arbeitsplatznahe Ausbildungsmaßnahme), auch FEST (Formation En Situation de Travail - Arbeitsplatznahe Ausbildung) genannt, die den Arbeitsplatz in einen echten Lernraum verwandelt.

Durch die Kombination von Praxis, Beobachtung und Begleitung etabliert sich AFEST als moderne und konforme Antwort auf das Arbeitsgesetzbuch für eine effektive Sicherheitsschulung.

Was ist die AFEST- oder FEST-Methode?

Die arbeitsplatznahe Ausbildung, auch AFEST oder FEST genannt, ermöglicht das Lernen durch Praxis in der eigenen beruflichen Umgebung. Begleitet von einem Ausbilder oder Tutor entwickelt der Mitarbeiter Kompetenzen aus realen Arbeitssituationen und profitiert dabei von Analyse und Feedback.

Laut der ANACT (Nationale Agentur zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen) basiert diese Methode auf zwei komplementären pädagogischen Sequenzen:

  • einer realen Situation, in der der Mitarbeiter durch direktes Handeln an seinem Arbeitsplatz lernt,

  • gefolgt von einer Reflexionsphase, in der er seine Handlungen mit einem Tutor oder Ausbilder analysiert, um das Getane und die daraus zu ziehenden Lehren zu verstehen.

Dies fördert einen schnellen und dauerhaften Kompetenzerwerb, da unmittelbare Praxis und geführte Reflexion kombiniert werden.

Diese Methode, validiert nach einem nationalen Experiment der DGEFP, des FPSPP, Copanef und der ANACT zwischen 2014 und 2018, ist seit 2019 durch das Arbeitsgesetzbuch als vollwertige Ausbildungsmethode anerkannt.

Der rechtliche und institutionelle Rahmen von AFEST

FEST basiert auf einem klaren rechtlichen Rahmen, der die Qualität und Nachverfolgbarkeit des Lernens garantiert. Sie wurde durch das Gesetz vom 5. September 2018 über die Freiheit der Berufswahl und durch das Dekret Nr. 2018-1341 vom 28. Dezember 2018 eingeführt, die die arbeitsplatznahe Ausbildung als vollwertige Methode der beruflichen Weiterbildung anerkennen.

Das Arbeitsgesetzbuch (Artikel D6313-3-2) legt die vier grundlegenden Schritte des Ansatzes fest:

  • Analyse der Arbeitstätigkeit, um sie gegebenenfalls für pädagogische Zwecke anzupassen;

  • Vorherige Benennung eines Ausbilders, der eine Tutorenfunktion ausüben kann;

  • Durchführung von Reflexionsphasen, die sich von Arbeitssituationen unterscheiden und dazu bestimmt sind, die aus der Arbeitssituation gezogenen Lehren pädagogisch zu nutzen, was die Beobachtung und Analyse der Abweichungen zwischen Erwartungen, Leistung und Ergebnissen jeder Situation ermöglicht, um das Lernen zu konsolidieren und zu verdeutlichen;

  • Spezifische Bewertungen der Lernergebnisse, die Meilensteine markieren oder die Maßnahme abschließen.

Weitere Artikel ergänzen diesen Rahmen:

  • AFEST ist Teil eines "pädagogischen Weges zur Erreichung eines beruflichen Ziels" (Art. L. 6313-2).

  • Sie erfordert "technische und personelle Ressourcen sowie pädagogische Materialien" (Art. R. 6313-1).

  • "Informationen zur Organisation des Weges werden vom Anbieter den betroffenen Begünstigten und Geldgebern auf jede Weise zugänglich gemacht" (Art. R. 6313-2).

  • "Die Durchführung der Maßnahme muss vom Anbieter durch jede Form von Nachweis belegt werden" (Art. R. 6313-3).

Diese Verpflichtungen tragen dazu bei, eine berufliche Tätigkeit in konkretes Lernen umzuwandeln und gleichzeitig die vom Arbeitsgesetzbuch festgelegten Präventions- und Sicherheitsanforderungen zu respektieren.

Warum ist die AFEST/FEST-Methode besonders für die Arbeitssicherheitsschulung geeignet?

Die Arbeitssicherheit unterliegt spezifischen regulatorischen Verpflichtungen. Das Gesetz verlangt (Artikel L4121-1, L4141-2 und R4141-3 des Arbeitsgesetzbuches), dass Unternehmen ihre Mitarbeiter in den mit ihrer Tätigkeit verbundenen Berufsrisiken schulen, durch konkrete, regelmäßige und angepasste Maßnahmen.

Die AFEST/FEST-Methode integriert sich perfekt in diesen Rahmen, da sie es ermöglicht, Mitarbeiter direkt an ihrem tatsächlichen Arbeitsplatz zu schulen, mit enger Begleitung zur Verinnerlichung der richtigen Handgriffe und Reflexe im Kontext, was die Einprägung, Verankerung und Anwendung von Sicherheitsanweisungen erleichtert.

Ergebnis:

  • Bessere Verinnerlichung der Sicherheitsanweisungen.

  • Reduzierung von Arbeitsunfällen.

  • Stärkung der Präventionskultur im Unternehmen.

Durch die Integration der Realität des Arbeitsplatzes in den Mittelpunkt der Schulung erfüllt die AFEST/FEST-Methode nicht nur gesetzliche Verpflichtungen, sie stärkt die Leistung und Sicherheit der Teams nachhaltig.

Im Arbeitsalltag verankertes Lernen

AFEST verwandelt die berufliche Umgebung in einen konkreten Lernort. Indem der Mitarbeiter in seine reale Arbeitssituation versetzt wird, beseitigt sie die Kluft zwischen Theorie und Praxis: Es ist nicht mehr nötig, sich ein Szenario vorzustellen oder Gelerntes auf den Arbeitsplatz zu übertragen, der Mitarbeiter lernt direkt in seinem operativen Kontext.

Dies fördert eine wesentlich stärkere Gedächtnisverankerung: In einer vertrauten Umgebung wiederholte Handgriffe werden besser erinnert und mit Vertrauen reproduziert.

Welche konkreten pädagogischen Vorteile gibt es?

  • Sofortiges und kontextualisiertes Lernen: Der Mitarbeiter lernt durch Handeln, mit der Ausrüstung und den Situationen, denen er täglich begegnet.

  • Dauerhafte Kompetenzerhaltung: Gestisches und visuelles Gedächtnis werden in einer vertrauten Umgebung mobilisiert.

  • Gesteigertes Engagement: Der Lernende fühlt sich als aktiver Teilnehmer und findet Sinn, da er die Bedeutung seiner Schulung direkt erkennt.

  • Zeitersparnis und Relevanz: Die Schulung ist kürzer, gezielter und direkt anwendbar.

  • Tutorentwicklung: Der Ausbilder wird zum Feldbegleiter, der den Fortschritt erleichtert.

Welche Grenzen und Aufmerksamkeitspunkte gibt es bei FEST?

  • Wesentliche Voranalyse: Nicht alle Tätigkeiten eignen sich für die Schulung; einige erfordern verstärkte Aufsicht oder spezifische Sicherheitsbedingungen.

  • Tutorenschulung: Die Coaching- und Reflexionsanalysehaltung kann nicht improvisiert werden.

  • Anfängliche Vorbereitungszeit: Diagnose, Identifizierung von Ausbildungssituationen und Formalisierung des Weges.

  • Hochrisikoumgebungen: In sensiblen Umgebungen (Chemie, Energie, Feuer...) müssen reale Szenarien manchmal durch immersive Simulation (VR oder AR) ersetzt werden.

Trotz ihrer vielen Vorteile erfordert die AFEST-Methode eine sorgfältige Vorbereitung, um wirksam zu sein. Sie kann nicht improvisiert werden; jede Sequenz muss geplant, beaufsichtigt und begleitet werden von einem in der Reflexionshaltung geschulten Fachmann.

Die 5 wesentlichen Schritte zur Umsetzung von AFEST/FEST in der Prävention:

  • Ausbildungssituationen identifizieren Tätigkeiten auswählen, die pädagogischen Wert haben: Feuerlöscherhandhabung, Erste-Hilfe-Handgriffe, Evakuierung usw.

  • Klare Ziele setzen Die zu erreichenden Kompetenzen definieren: richtig reagieren können, die richtige Haltung einnehmen, effektiv alarmieren. Diese Ziele müssen konkret und messbar sein.

  • Handlung und Reflexion abwechseln Jede Sitzung muss praktische Übung, Reflexionsanalyse und Bewertung kombinieren. Dies ist das Grundprinzip von AFEST.

  • Begleiten und bewerten Der Tutor beobachtet, hinterfragt und würdigt Fortschritte. Beobachtungen und Bewertungen bilden den Nachweis des Weges und gewährleisten die Nachverfolgbarkeit.

  • Die Praxis sichern Für Hochrisikoberufe immersive Werkzeuge wie FIRE AR bevorzugen, die es ermöglichen, Notfallszenarien ohne Gefahr zu simulieren und dabei die AFEST-Methodik zu respektieren.

Warum ist FIRE AR 100% kompatibel mit der AFEST/FEST-Methode?

FIRE AR, unser Augmented-Reality-Brandsimulator, verkörpert perfekt den Geist der AFEST/FEST-Methode. Denn er ermöglicht das Lernen durch Handeln, in einer realen Umgebung, mit reflexivem Feedback. Dank Augmented Reality trainieren die Auszubildenden direkt in ihrer Arbeitsumgebung (Fabrik, Lager, Büro) ohne jede Gefahr.

  • Reale Situation: Übungen finden am gewohnten Arbeitsplatz statt, mit denselben Handgriffen und Reflexen wie in einer Notsituation.

  • Recht auf Fehler: Die Augmented-Reality-Simulation ermöglicht es, aus Fehlern zu lernen, ohne Risiko oder materielle Einschränkungen.

  • Reflexion und Analyse nach der Aktion: Der Ausbilder bespricht mit dem Auszubildenden, spielt die Szene nach und identifiziert Verbesserungsbereiche.

Durch die Kombination von Realismus, Sicherheit und aktiver Pädagogik macht FIRE AR die AFEST noch wirksamer für die Brandschutzausbildung.

Fazit: FEST, eine optimale Lernmethode für die Prävention

AFEST (oder FEST) ist weit mehr als eine pädagogische Methode; sie ist ein moderner und pragmatischer Weg, direkt im Feld durch Handeln zu lernen. Sie positioniert sich als wirksame Antwort auf Sicherheitsschulungsbedürfnisse und verankert gute Reflexe in der Arbeitsrealität.

In Kombination mit immersiven Lösungen wie FIRE AR vereint sie Realismus, Sicherheit und pädagogische Leistung für ein risikofreies Training mit nachhaltigem Einfluss.

Darüber hinaus bietet AFEST den Lernenden das Recht auf Fehler. Ein wesentliches Prinzip, um ohne Angst Fortschritte zu machen, Handlungen zu korrigieren und Vertrauen in realen Situationen aufzubauen.

Erfahren Sie mehr über FIRE AR → FIRE AR-Seite, Augmented-Reality-Brandsimulator Konsultieren Sie auch unser Glossar zum Immersive Learning

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In einer professionellen Umgebung von über 200 m², einschließlich einer Küche, Büros oder einem Besprechungsraum, können Sie aus über 18 verschiedenen Szenarien wählen.

In einer professionellen Umgebung von über 200 m², einschließlich Werkstätten, Büros oder einem Lagerbereich, können Sie aus über 18 verschiedenen Szenarien wählen.

In einer Krankenhausumgebung mit 8 Zimmern, einem Pausenraum, einer Teeküche und Sicherheitszonen reagieren Sie auf Brandausbrüche, verwalten den Brandmeldeanlagenbericht und evakuieren Patienten.

Evakuierung eines Opfers aus einem brennenden Raum

Das Opfer erstickt

Versorgung einer symptomatischen Person

Das Opfer wird ohnmächtig

Das Opfer hat Verbrennungen erlitten

Das Opfer hat Verbrennungen erlitten

Übergriff auf ein Opfer mit offener Wunde

Das Opfer hat einen epileptischen Anfall

Das Opfer erleidet einen Herzstillstand

Das Opfer hat eine stark blutende Brustwunde

Das Opfer erleidet einen Herzstillstand beim Tragen einer schweren Last

Das Opfer ist ein Kind mit Herzstillstand

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